Nordische Jagdhunde

Indigener, sibirischer Ureinwohner mit laikaähnlichem Hund des Urtyps. (Quelle: http://retrieverman.net/tag/dog-domestication/)
Indigener, sibirischer Ureinwohner mit laikaähnlichem Hund des Urtyps. (Quelle: http://retrieverman.net/tag/dog-domestication/)

http://www.laika-club.de/Die Laiki (Mehrzahl von Laika) stammen aus den kalten Regionen Sibiriens und werden dort seit Jahrhunderten in verschiedenen Varianten gezüchtet und für die Jagd eingesetzt. Der Name "Laika" stammt aus dem Russischen und "lajatsch" bedeutet bellen. Daher lässt der Name auf die Arbeitsweise dieser Jagdhunde schließen. Sie werden in ihrer Heimat zum Stöbern, Stellen und Verbellen des Wildes eingesetzt, hauptsächlich an sehr wehrhaftem Wild, wie Bären, Elchen, Luchsen, aber auch zur Raubwildjagd auf Nerze und andere Marderartige aufgrund des Pelztierhandels. Jagdliche Einsatzgebiete in Deutschland sind Drückjagden mit dem Schwepunkt auf Schwarzwild, denn hier zeigt sich ihre besondere Stärke: das schnelle Auffinden von Wild durch ihr gutes Gehör, das Stellen und Verbellen mit lang anhaltendem Laut und die wohlüberlegt eingesetzte Wildschärfe, denn Laiki sind sehr vorsichtige Jäger. Bemängelt wird vielfach, dass sie lediglich standlaut, nicht aber sicht- und spurlaut jagen. Andereseits ist dies durchaus auf manchen Bewegungsjagden gewünscht, sodass die Hunde auch hier ihre Berechtigung finden. Denn eine Laika gibt nur Laut wenn sie am Wild ist.  Auch bei der Niederwildjagd und bei der Jagd auf Federwild sind sie ebenfalls sehr zuverlässige Jagdbegleiter. Moorige und sumpfige Gebiete, in denen andere Jagdhunde Schwierigkeiten haben, sind perfekte Einsatzgebiete für die Laiki. Auch bei Nachsuchen auf krank geschossenes Schalenwild werden die Hunde gerne als Loshunde eingesetzt. Üblicherweise kommen bei der Jagd ein oder zwei Hunde zum Einsatz, für die Meutejagd sind diese Rassen nicht gezüchtet worden. Von ihrem Aussehen, sehen sich die Laiki sehr ähnlich, denn sie mussten sich an die zum Teil extremen Witterungsverhältnisse der kalten, nordischen Regionen anpassen. Bei den sibirischen Jagdvölkern wurden diese Hunde üblicherweise nur in der winterlichen Jagdsaison gefüttert und mussten sich im Frühling und Sommer selbstständig ernähren.  Dementsprechend überlebten nur die gesündesten und kräftigsten Hunde. So kam es, dass diese Jagdhunderasse in Deutschland als sehr robust und gesund gilt. Es wird besonders auf eine Zucht mit Elterntieren, die frei von Erbkrankheiten sind geachtet.

 

Der JGHV verzeichnet folgende Laikarassen in Deutschland (Stand 2015):

 

Russisch-Europäische Laika (Farbe: schwarz mit weißen Abzeichen)

Westsibirische Laika (Farbschläge: rot, rot/weiß, wolfsgrau, weiß)

Ostsibirische Laika (Farbschläge: weiss, grau, schwarz, rot oder braun in allen Schattierungen)

 

Diese Rassen werden durch den Laika-Club e.V. (1990 gegründet, seit 1992 Mitglied im JGHV) vertreten und seit über 40 Jahren in Deutschland gezüchtet, 1961 fiel der erste Wurf.

www.laika-club.de

 

Quelle: Becker, Dr. J., Lexikon der Jagdhunderassen, 2008 Cadmos Verlag