Schweißhunde

"Solo", Leithundtyp des Schweißhundes der Solinger Rasse. (L.Beckmann, 1894) aus Enzyklopädie der Jagdhunde
"Solo", Leithundtyp des Schweißhundes der Solinger Rasse. (L.Beckmann, 1894) aus Enzyklopädie der Jagdhunde

 

Die Gruppe der Schweißhunde ist sicher einer der ursprünglichsten. Ihre Wurzeln reichen weit bis in das Mittelalter zurück und sie sind optisch bis heute noch sehr nah an ihrem Ursprung geblieben. Der Schweißhund (HS) geht nachweislich auf den Segusierhund, welcher aus der Keltenbracke hervorging und in Mitteleuropa etwa ab 500 v.Chr. lebte, zurück. Später folgte im ersten Jahrhundert nach Christus der Leithund, welcher aus dem Segusierhund hervorging und von dem der Hannoversche Schweißhund und letzendlich auch der BGS (Kreuzung aus HS und Bracken) abstammen. Die Hauptaufgabe des Leithundes war es, das zu jagende Wild am sogennanten Leitriemen aufzuspüren. Mit Einführung der Schusswaffen änderten sich die Aufgaben der Hunde jedoch. Es kam häufig vor, dass das Wild nicht erlegt, sondern nur krank geschossen wurde, so dass der Jäger einen Hund brauchte, der die Blutspur (auch Schweißfährte) des verletzten Wildes verfolgen konnte und dies auch unter erschwerten Bedingungen. Mit diesem jahrhundertealten Erbe sind die heutigen Schweißhunde absolute Spezialisten auf dem Gebiet der Nachsuche auf krank geschossenes Schalenwild. Insbesondere die gesetzliche Verpflichtung des Jägers, eine waidgerechte Nachsuche im Sinne des Jagd- und Tierschutzgesetzes durchzuführen, macht diese Hunde so wichtig. Für Drückjagden eignen sich die Hunde jedoch nicht, da ihre Arbeit erst nach dem Schuss beginnt. 


Die vom JHGV aufgeführten Schweißhunde sind (Stand 2015):

 

Hannoversche Schweißhund (vertreten durch den Verein Hirschmann)

Bayerischer Gebirgsschweißhund (verteten durch Klub für BGS)

und

Alpenländische Dachsbracke (vertreten durch Verein Dachsbracke)

 

Die Hunde werden auf der kalten, gesunden Einzelfährte und in Gehorsamsfächern geprüft. Der Nachweis der Führung eines Schweißhundes wird durch die erfolgreiche Teilnahme der SHP (Schweißhundeprüfung) und VP (Vorprüfung) nachgewiesen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit eine Vor- und Hauptprüfung des Internationalen Schweißhundeverbandes (ISHV) zu absolvieren.

Quelle: Becker, Dr. J., Lexikon der Jagdhunderassen, 2008 Cadmos Verlag